Monitoring Gesetzessammlung

Konkordat der Kantone Uri, Schwyz und Zug betreffend die psychiatrische Versorgung (826.162)

CH - ZG

Konkordat der Kantone Uri, Schwyz und Zug betreffend die psychiatrische Versorgung (826.162)

Konkordat der Kantone Uri, Schwyz und Zug betreffend die psychiatrische Versorgung

Konkordat der Kantone Uri, Schwyz und Zug betreffend die psychiatrische Versorgung (Psychiatriekonkordat) Vom 17. M rz 2016 (Stand 1. Juli 2017) 1. Zweck und Rechtsform
Art. 1 Zweck
1 Die Kantone Uri, Schwyz und Zug stellen gemeinsam die station ä re, teil ­ station ä re und ambulante psychiatrische Versorgung sicher.
Art. 2 Rechtsform
1 Die Kantone bilden unter dem Namen «Konkordat der Kantone Uri, Schwyz und Zug betreffend die psychiatrische Versorgung (Psychiatriekon ­ kordat)» eine ö ffentlich­rechtliche K ö rperschaft.
2 Die K ö rperschaft hat eigene Rechtspers ö nlichkeit mit Sitz in Zug. 2. Organisation des Konkordats
Art. 3 Organe
1 Organe des Konkordats sind:
a) die Regierungen der drei Kantone;
b) der Konkordatsrat.
Art. 4 Zusammensetzung des Konkordatsrats
1 Der Konkordatsrat besteht aus sieben Mitgliedern.
2 Uri und Schwyz bestellen je zwei, Zug drei Mitglieder. Die Kantone sind f ü r deren Entsch ä digung zust ä ndig.
3 Die Pr ä sidentin oder der Pr ä sident des Konkordatsrats ist die Vorsteherin oder der Vorsteher der zust ä ndigen Direktion des Kantons Zug. Diese f ü hrt auch das Sekretariat.
Art. 5 Aufgaben der Regierungen
1 Die Regierungen:
a) genehmigen die Leistungsauftr ä ge des Konkordats und beschliessen die damit verbundenen Ausgaben;
b) genehmigen die Gesch ä
c) gew ä hren Garantien f ü r Verbindlichkeiten der Betriebsgesellschaft;
d) sind f ü r alle weiteren Gesch ä fte des Konkordats zust ä ndig, die nicht ausdr ü cklich dem Konkordatsrat zugewiesen sind.
2 Ein Beschluss gem ä ss Abs. 1 ben ö tigt die Zustimmung aller drei Regie ­ rungen.
3 Die Regierungen entscheiden bei Gesch ä ften gem ä ss Abs. 1 Bst. a bis c abschliessend.
Art. 6 Aufgaben des Konkordatsrats
1 Der Konkordatsrat:
a) verabschiedet die psychiatrische Versorgungsplanung abschliessend;
b) erteilt ausschliesslich die Leistungsauftr ä ge im Rahmen des gemein ­ sam definierten Bedarfs;
c) erl ä sst die Gesch ä ftsordnung des Konkordatsrats;
d) verabschiedet Bericht und Antrag an die Regierungen zur Gew ä hrung von Garantien und zu weiteren Gesch ä ften;
e) unterbreitet den Regierungen zuhanden der Aktionariatsvertretungen Wahlvorschl ä ge f ü r die Mitglieder des Verwaltungsrats der Betriebs ­ gesellschaft.
2 Ein Beschluss gem ä ss Abs. 1 ben ö tigt die Mehrheit der Stimmenden.
3 Der Konkordatsrat entscheidet abschliessend ü ber Ausgaben f ü r die Vor ­ bereitung der Gesch ä fte gem ä ss Abs. 1. Diese Ausgaben tragen die Kantone wie folgt:
a) Uri: 10 Prozent;
b) Schwyz: 45 Prozent;
c) Zug: 45 Prozent.
3. Betriebsgesellschaft
Art. 7 Sitz und Zweck
1 Die Kantone gr ü nden eine gemeinn ü tzige Aktiengesellschaft gem ä ss

Art. 620 Abs. 3 OR

1 ) (Betriebsgesellschaft) mit Sitz in Zug.
2 Aktion ä re sind Uri, Schwyz und Zug.
3 Die Betriebsgesellschaft f ü hrt station ä re, teilstation ä re und ambulante psy ­ chiatrische Einrichtungen und Dienste. Sie kann weitere Leistungen erbrin ­ gen.
Art. 8 Aktienkapital und Aktien
1 Das Aktienkapital betr ä gt 5 Millionen Franken und ist wie folgt eingeteilt:
a) 2000 Aktien Kategorie A zu 2000 Franken Nennwert;
b) 2000 Aktien Kategorie B zu 500 Franken Nennwert.
2 Alle Aktien lauten auf den Namen und sind voll einbezahlt.
3 Jede Aktie gibt das Recht auf eine Stimme und auf einen ihrem Nennwert entsprechenden Anteil am Liquidationsergebnis.
Art. 9 Liberierung und Aktienverteilung
1 Das Aktienkapital wird durch eine Bareinlage liberiert. Zur Liberierung leistet Uri eine Bareinlage von 500'000 Franken, Schwyz von 1'650'000 Franken und Zug von 2'850'000 Franken (total 5'000'000 Franken).
2 Die Kantone erhalten Aktien wie folgt:
a) Uri: 200 Aktien Kategorie A und 200 Aktien Kategorie B;
b) Schwyz: 500 Aktien Kategorie A und 1300 Aktien Kategorie B;
c) Zug: 1300 Aktien Kategorie A und 500 Aktien Kategorie B.
Art. 10 Garantien
1 Die Regierungen k ö nnen der Betriebsgesellschaft f ü r ihre Verbindlichkei ­ ten unentgeltliche Garantien gew ä hren.
2 Die Anteile tragen die Kantone wie folgt:
a) Uri: 10 Prozent;
b) Schwyz: 45 Prozent;
c) Zug: 45 Prozent. 1) SR 220
4. Klinikgrundst ü ck
Art. 11 Eigentum
1 Zug kauft das Grundst ü ck Nr. 4963, Gemeinde Zug, vom Verein Barmher ­ zige Br ü der Zug zu Alleineigentum, zum Preis von 18 Millionen Franken.
Art. 12 Baurecht
1 Auf dem Grundst ü ck Nr. 4963 besteht f ü r die gesamte Fl ä che und f ü r alle Bauten und Anlagen ein selbst ä ndiges und dauerndes Baurecht f ü r 100 Jah ­ re. Dieses wird entsch ä digungslos auf die Betriebsgesellschaft ü bertragen.
2 Zug verpflichtet sich, mit der Betriebsgesellschaft rechtzeitig vor Ablauf des Baurechts ü ber eine Verl ä ngerung um weitere 100 Jahre zu verhandeln (Art. 779l ZGB 1 ) ).
3 Wird das Baurecht nicht erneuert, fallen die Bauten und Anlagen Zug an ­ heim. Die Heimfallentsch ä digung (Art. 779d ZGB) betr ä gt 100 Prozent des Verkehrswerts aller Bauten und Anlagen zum Zeitpunkt des Heimfalls.
4 Die Betriebsgesellschaft bezahlt j ä hrlich einen Baurechtszins. Dieser be ­ rechnet sich j ä hrlich auf der Basis des nominellen Kaufpreises von 18 Mil ­ lionen Franken nach dem Jahresmittel der 10­Jahres­Kassazinss ä tze der Ob ­ ligationen der Eidgenossenschaft. Es wird der Durchschnittswert f ü r die zehn vorangehenden Jahre zugrunde gelegt. 5. Verschiedene Bestimmungen

Art. 13 Ü bertragung des Klinikbetriebs und der Dienste

1 Der Klinikbetrieb wird mit ausgeglichener Bilanz zu Buchwerten und ent ­ sch ä digungslos auf die Betriebsgesellschaft ü bertragen.
2 Die Kantone stellen sicher, dass die Dienste mit Sitz in ihrem Kanton mit ausgeglichener Bilanz zu Buchwerten und entsch ä digungslos auf die Betriebsgesellschaft ü bertragen werden. Davon ausgenommen sind Even ­ tualverpflichtungen gegen ü ber der Personalvorsorgeeinrichtung der Betriebsgesellschaft. Jede Regierung entscheidet ü ber allf ä llige Ausgaben zum Ausgleich der Bilanz abschliessend. 1) SR 210

Art. 14 K ü

ndigung des Konkordats
1 Jeder Kanton kann das Konkordat mit einer K ü ndigungsfrist von drei Jahren auf Ende eines Kalenderjahrs k ü ndigen.
2 Ein austretender Kanton hat keinen Anspruch auf R ü ckerstattung bereits geleisteter Beitr ä ge. Abs. 3 und 4 bleiben vorbehalten.
3 Ein austretender Kanton bietet seine Aktien zum Nennwert und nach Be ­ teiligung am Aktienkapital den verbleibenden Kantonen an.
4 Nehmen die verbleibenden Kantone das Angebot an, wird das Konkordat entsprechend angepasst.
5 Lehnt einer der verbleibenden Kantone das Angebot ab, wird das Konkor ­ dat mit Ablauf der K ü ndigungsfrist aufgehoben. Die Betriebsgesellschaft wird verkauft oder liquidiert. Der Erl ö s wird den drei Kantonen im Verh ä lt ­ nis zu deren Beteiligungen am Aktienkapital verteilt.

Art. 15 Ü bergangsbestimmungen

1 Die zum Zeitpunkt des Inkrafttretens dieses Konkordats g ü ltigen Leis ­ tungsauftr ä ge der Konkordatskantone f ü r ambulante, teilstation ä re und sta ­ tion ä re psychiatrische Einrichtungen und Dienste bleiben bis zum Inkraft ­ treten der Leistungsauftr ä ge des Konkordats g ü ltig.
2 Der Konkordatsrat erteilt die Leistungsauftr ä ge nach Art. 6 Abs. 1 Bst. b erstmals bis sp ä testens am 31. Dezember 2018.
3 Der Konkordatsrat kann an Stelle der Betriebsgesellschaft bis zu deren Gr ü ndung notwendige Rechtshandlungen vornehmen.
Art. 16 Aufhebung bisherigen Rechts
1 Das Psychiatriekonkordat vom 29. April 1982 wird mit dem Inkrafttreten dieses Konkordats aufgehoben.
Art. 17 Inkrafttreten des Konkordats
1 Das Konkordat tritt nach Zustimmung der zust ä ndigen Organe aller drei Kantone am 1. Juli 2017 in Kraft. Vom Landrat des Kantons Uri genehmigt am 28. September 2016 Vom Kantonsrat des Kantons Schwyz genehmigt am 28. M ä rz 2017
Ä nderungstabelle ­ Nach Beschluss Beschluss Inkrafttreten Element Ä nderung GS Fundstelle 17.03.2016 01.07.2017 Erlass Erstfassung GS 2017/022
Ä nderungstabelle ­ Nach Artikel Element Beschluss Inkrafttreten Ä nderung GS Fundstelle Erlass 17.03.2016 01.07.2017 Erstfassung GS 2017/022
Verwendung von Cookies.

Durch die Nutzung dieser Website akzeptieren Sie automatisch, dass wir Cookies verwenden. Cookie-Richtlinie

Akzeptieren
Markierungen
Leseansicht