Monitoring Gesetzessammlung

LGBl. Nr. 67/2006

AT - Landesrecht Steiermark

LGBl. Nr. 67/2006

Verordnung der Steiermärkischen Landesregierung vom 19. April 2006 über die Erklärung des Gebietes „Totes Gebirge mit Altausseer See“ (AT2243000) zum Europaschutzgebiet Nr. 35 (LGBl. Nr. 67/2006)

Langtitel

Verordnung der Steiermärkischen Landesregierung vom 19. April 2006 über die Erklärung des Gebietes „Totes Gebirge mit Altausseer See“ (AT2243000) zum Europaschutzgebiet Nr. 35
Stammfassung: LGBl. Nr. 67/2006 (CELEX-Nr. 31992L0043 , 32003R1882 , 31979L0409 )

Änderung

LGBl. Nr. 72/2008 (CELEX-Nr. 31992L0043 , 32003R1882 , 31979L0409 )
LGBl. Nr. 94/2018
LGBl. Nr. 75/2021 [CELEX-Nr.: 31992L0043 , 32009L0147 ]

Präambel/Promulgationsklausel

Auf Grund des § 13a Abs. 1 des Steiermärkischen Naturschutzgesetzes 1976, LGBl. Nr. 65, zuletzt in der Fassung LGBl. Nr. 84/2005 , wird verordnet:

§ 1

Gegenstand

Das Gebiet „Totes Gebirge mit Altausseer See“ in den Gemeinden Altaussee, Bad Aussee, Grundlsee, Liezen, Pürgg-Trautenfels, Tauplitz, Wörschach und Weißenbach bei Liezen wird zum Europaschutzgebiet erklärt. Dieses Gebiet wird als Europaschutzgebiet Nr. 35 „Totes Gebirge mit Altausseer See“ bezeichnet.

§ 2

Schutzzweck

Der Schutzzweck des Gebietes liegt in der Erhaltung eines günstigen Erhaltungszustandes von Schutzgütern nach der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie sowie nach der Vogelschutz-Richtlinie (Anlage A) und im Falle der Beeinträchtigung des günstigen Erhaltungszustandes auch deren Wiederherstellung.

§ 3

Abgrenzung des Schutzgebietes

(1) Die Abgrenzung des Schutzgebietes erfolgt durch planliche Darstellung in Form eines Übersichtsplanes im Maßstab 1:120.000 (Anlage B), eines Detailplanes im Maßstab 1:2.000 und eines Erweiterungsplanes im Maßstab 1:5000 (Anlage C).
(2) Der Übersichtsplan (Anlage B) und der Detailplan werden durch Auflage zur öffentlichen Einsichtnahme beim Amt der Steiermärkischen Landesregierung bei der für Angelegenheiten des Naturschutzes zuständigen Stelle kundgemacht. Einsicht kann während der Amtsstunden genommen werden: 1. in den Übersichtsplan (Anlage B): a) beim Amt der Steiermärkischen Landesregierung bei der für Angelegenheiten des Naturschutzes zuständigen Dienststelle, b) bei der Bezirkshauptmannschaft Liezen und den Politischen Exposituren Bad Aussee und Gröbming, c) bei allen Gemeindeämtern der in § 1 genannten Gemeinden; 2. in den Detailplan beim Amt der Steiermärkischen Landesregierung bei der für Angelegenheiten des Naturschutzes zuständigen Dienststelle.
(3) Auf den im Detailplan besonders gekennzeichneten Flächen gelten die Verbote des § 4.
(4) Der Erweiterungsplan (Anlage C) wird im Rechtsinformationssystem des Bundes (RIS) kundgemacht. Anm.: in der Fassung LGBl. Nr. 94/2018

§ 5

Gemeinschaftsrecht

Durch diese Verordnung werden folgenden Richtlinien der Europäischen Gemeinschaft umgesetzt: 1. Richtlinie 79/409/EWG des Rates vom 2. April 1979 über die Erhaltung der wild lebenden Vogelarten, ABl. Nr. L 103 vom 25. April 1979, S. 1, zuletzt geändert durch die Akte über die Bedingungen des Beitritts der Tschechischen Republik, der Republik Estland, der Republik Zypern, der Republik Lettland, der Republik Litauen, der Republik Ungarn, der Republik Malta, der Republik Polen, der Republik Slowenien und der Slowakischen Republik und die Anpassungen der die Europäische Union begründenden Verträge, ABl. Nr. L 236 vom 23. September 2003, S. 33 (Vogelschutz-Richtlinie – VS-RL); 2. Richtlinie 92/43/EWG des Rates vom 21. Mai 1992 zur Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wild lebenden Tiere und Pflanzen, ABl. Nr. L 206, S. 7, zuletzt geändert durch Verordnung (EG) Nr. 1882/2003 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 29. September 2003, ABl. Nr. L 284, S. 1ff., Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH-RL).

§ 6

Inkrafttreten

Diese Verordnung tritt mit dem der Kundmachung folgenden Tag, das ist der 23. Mai 2006, in Kraft.

§ 7

Inkrafttreten von Novellen

(1) Der Entfall des § 4 durch die Novelle LGBl. Nr. 72/2008 tritt mit dem der Kundmachung folgenden Tag, das ist der 22. Juli 2008, in Kraft.
(2) In der Fassung der Verordnung LGBl. Nr. 94/2018 treten § 3 Abs. 1 und 4 und die Anlage A mit dem der Kundmachung folgenden Tag, das ist der 12. Dezember 2018, in Kraft.
(3) In der Fassung der Verordnung LGBl. Nr. 75/2021 tritt Anlage A mit dem der Kundmachung folgenden Tag, das ist der 29. Juni 2021, in Kraft. Anm.: in der Fassung LGBl. Nr. 72/2008 , LGBl. Nr. 94/2018 , LGBl. Nr. 75/2021 Anlage A Schutzgüter sind folgende prioritäre natürliche Lebensraumtypen und prioritäre Tierart gemäß § 4 Z 18 und Z 19 StNSchG 2017: Lebensräume nach der FFH-RL Anhang I Code-Nr. Lebensraumtyp 4070* Latschenbuschwald 6110* Kalk-Pioniertrockenrasen 6230* Bürstlingsrasen 7220* Kalktuffquellen 8240* Kalk-Felspflaster 9180* Schlucht- und Hangmischwälder Wirbelloser nach der FFH-RL Anhang II Code-Nr. Deutscher Name Wissenschaftlicher Name 1087* Alpenbock Rosalia alpina Schutzgüter sind folgende natürliche Lebensraumtypen, Pflanzen-, Tier- und Vogelarten gemäß § 4 Z 11, Z 20 lit. a und b und Z 25 StNSchG 2017: Lebensräume nach der FFH-RL Anhang I Code-Nr. Lebensraumtyp 3140 Stillgewässer mit Armleuchteralgen 4060 Alpine Zwergstrauchheiden 6170 Subalpin-alpine Kalkmagerrasen 6430 Feuchte Hochstaudenfluren 6520 Berg-Mähwiesen 8120 Kalk- und Kalkschieferschutthalden der montanen bis alpinen Stufe 8210 Kalkfelsen mit Felsspaltenvegetation 8310 Nicht touristisch erschlossene Höhlen 9130 Waldmeister-Buchenwald 9140 Mitteleuropäischer subalpiner Buchenwald mit Ahorn 9150 Mitteleuropäischer Orchideen-Kalk-Buchenwald 9410 Bodensaure Fichtenwälder 9420 Lärchen-Zirbenwälder Pflanzen nach der FFH-RL Anhang II Code-Nr. Deutscher Name Wissenschaftlicher Name 1902 Frauenschuh Cypripedium calceolus 1379 Dreimänniges Zwerglungenmoos Mannia triandra 1381 Grünes Gabelzahnmoos Dicranum viride 1386 Grünes Koboldmoos Buxbaumia viridis 6166 Kärntner Spatenmoos Scapania carinthiaca Säugetier nach der FFH-RL Anhang II Code-Nr. Deutscher Name Wissenschaftlicher Name 1303 Kleine Hufeisennase Rhinolophus hipposideros Fisch nach der FFH-RL Anhang II Code-Nr. Deutscher Name Wissenschaftlicher Name 5289 Seelaube Alburnus mento Vögel nach der VS-RL Anhang I Code-Nr. Deutscher Name Wissenschaftlicher Name A091 Steinadler Aqulia chrysaetos A103 Wanderfalke Falco peregrinus A104 Haselhuhn Bonasa bonasia A217 Sperlingskauz Glaucidium passerinum A223 Raufußkauz Aegolius funereus A234 Grauspecht Picus canus A236 Schwarzspecht Dryocopus martius A239 Weißrückenspecht Dendrocopos leucotos A241 Dreizehenspecht Picoides tridactylus A320 Zwergschnäpper Ficedula parva A659 Auerhuhn Tetrao urogallus A713 Alpenschneehuhn Lagopus muta helvetica A876 Birkhuhn Lyrurus tetrix tetrix A878 Steinhuhn Alectoris graeca Regelmäßig vorkommende Zugvögel Code-Nr. Deutscher Name Wissenschaftlicher Name A256 Baumpieper Anthus trivialis A259 Bergpieper Anthus spinoletta A266 Heckenbraunelle Prunella modularis A267 Alpenbraunelle Prunella collaris A277 Steinschmätzer Oenanthe oenanthe A282 Ringdrossel Turdus torquatus A333 Mauerläufer Tichodroma muraria A574 Klappergrasmücke Sylvia curruca Anm.: in der Fassung LGBl. Nr. 94/2018 , LGBl. Nr. 75/2021 Anlage C (Anm.: die Pläne sind als PDF dokumentiert) Anm.: in der Fassung LGBl. Nr. 94/2018 Begleitende Dokumente Anlagen Anlage C
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