LGBl. Nr. 49/2005
LGBl. Nr. 49/2005
Verordnung der Steiermärkischen Landesregierung vom 2. Mai 2005 über die Erklärung des „Hartberger Gmoos“ (AT 22110) zum Europaschutzgebiet Nr. 24 (LGBl. Nr. 49/2005)
Langtitel
Verordnung der Steiermärkischen Landesregierung vom 2. Mai 2005 über die Erklärung des „Hartberger Gmoos“ (AT 22110) zum Europaschutzgebiet Nr. 24
Stammfassung: LGBl. Nr.°49/2005
Änderung
LGBl. Nr. 60/2012 (CELEX-Nr. 31992L0043 , 32003L1882 )
LGBl. Nr. 75/2021 [CELEX-Nr.: 31992L0043 , 32009L0147 ]
Präambel/Promulgationsklausel
Auf Grund des § 13a Abs. 1 des Steiermärkischen Naturschutzgesetzes 1976, LGBl. Nr. 65, in der Fassung LGBl. Nr. 56/2004 , wird verordnet:
§ 1
Gegenstand
Das „Hartberger Gmoos“, ein im Bereich der Stadtgemeinde Hartberg gelegenes Feuchtbiotop, wird zum Europaschutzgebiet erklärt. Dieses Gebiet wird als Europaschutzgebiet Nr. 24 „Hartberger Gmoos“ bezeichnet.
§ 2
Schutzzweck
Die Unterschutzstellung dient: 1. den in der Anlage A genannten Schutzgütern nach der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie und bezweckt die Bewahrung des günstigen Erhaltungszustandes der mit B bewerteten Schutzgüter; 2. den in der Anlage A genannten Schutzgütern nach der Vogelschutz-Richtlinie und bezweckt die Erhaltung der Vermehrungs-, Mauser- und Überwinterungsgebiete sowie der Rastplätze in den Wanderungsgebieten für den Zugvogel. Anm.: in der Fassung LGBl. Nr. 60/2012
§ 2a
Maßnahmen
Der Schutzzweck ist durch Managementmaßnahmen, vorrangig im Wege des Vertragsnaturschutzes, zu erreichen. Solche Maßnahmen sind insbesondere: – die Extensivierung von Wiesenflächen und – die einmalige zeitlich gestaffelte Mahd. Anm.:in der Fassung LGBl. Nr. 60/2012
§ 2b
Verbote
Im Europaschutzgebiet sind nachstehende Handlungen, ausgenommen die bisher ausgeübte land- und forstwirtschaftliche Nutzung, verboten: a) das Errichten oder Aufstellen von Anlagen aller Art sowie b) das Aufschütten oder Ablagern von Materialien aller Art; c) Hunde frei laufen zu lassen, ausgenommen zur Jagdausübung oder des Einsatzes von Diensthunden der Exekutive, des Militärs und von Rettungshunden. Anm.: in der Fassung LGBl. Nr. 60/2012
§ 3
Abgrenzung des Schutzgebietes
(1) Die Abgrenzung des Schutzgebietes erfolgt durch planliche Darstellung in Form eines Detailplanes (Anlage B) im Maßstab 1:5000.
(2) Sofern Grundstücke nicht zur Gänze betroffen sind, erfolgt die Abgrenzung wie folgt: Im Westen: Gst. Nr. 109/4 KG. Grazervorstadt: ca. 32 m ostwärts Grundstücksgrenze Nr. 107/2 Gst. Nr. 109/5 KG. Grazervorstadt: ca. 54 m ostwärts Grundstücksgrenze Nr. 107/2 Im Süden: Gst. Nr. 502/3 KG. Ungarvorstadt: zirka 27 m ostwärts Grundstücksgrenze 109/8 Gst. Nr. 501/1 KG. Ungarvorstadt: zirka 38 m nördlich Grundstücksgrenze 288/8 (Safenauer Weg) Gst. Nr. 507/5 KG. Ungarvorstadt: zirka 37 m nördlich Grundstücksgrenze 288/8 (Safenauer Weg) Gst. Nr. 500/2 KG. Ungarvorstadt: zirka 38 m nördlich Grundstücksgrenze 288/8 (Safenauer Weg) Gst. Nr. 499/2 KG. Ungarvorstadt: zirka 37 m nördlich Grundstücksgrenze 288/8 (Safenauer Weg) Gst. Nr. 496/2 KG. Ungarvorstadt: zirka 37 m nördlich Grundstücksgrenze 288/8 (Safenauer Weg) Gst. Nr. 710 KG. Safenau: von zirka 33 m im Westen bis zirka 65 m im Osten nördlich Grundstücksgrenze 288/8 (Safenauer Weg) Der Detailplan wird durch Auflage zur öffentlichen Einsichtnahme beim Amt der Steiermärkischen Landesregierung, Fachabteilung 13C, 8010 Graz, Karmeliterplatz 2, kundgemacht. Einsicht kann während der Amtsstunden genommen werden: a) beim Amt der Steiermärkischen Landesregierung bei der für Angelegenheiten des Naturschutzes zuständigen Stelle; b) bei der Bezirkshauptmannschaft Hartberg; c) beim Gemeindeamt der Stadtgemeinde Hartberg.
§ 3a
Kennzeichnung des Schutzgebietes
Die Kennzeichnung des Schutzgebietes erfolgt durch Tafeln gemäß § 24 Abs. 1 des Steiermärkischen Naturschutzgesetzes 1976. Anm.: in der Fassung LGBl. Nr. 60/2012
§ 4
Gemeinschaftsrecht
Durch diese Verordnung werden folgende Richtlinien der Europäischen Gemeinschaft umgesetzt: 1. Richtlinie 79/409/EWG des Rates vom 2. April 1979 über die Erhaltung der wild lebenden Vogelarten, ABl. Nr. L103, S. 1, zuletzt geändert durch Verordnung (EG) Nr. 807/2003 des Rates vom 14. April 2003, ABl. Nr. L 122, S. 36 ff, Vogelschutz-Richtlinie (VS-RL). 2. Richtlinie 92/43/EWG des Rates vom 21. Mai 1992 zur Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wild lebenden Tiere und Pflanzen, ABl. Nr. L 206/S. 7, zuletzt geändert durch Verordnung (EG) Nr. 1882/2003 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 29. September 2003, ABl. Nr. L 284, S. 1 ff., Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH-RL).
§ 5
Inkrafttreten
Diese Verordnung tritt mit dem der Kundmachung folgenden Tag, das ist der 11. Juni 2005, in Kraft.
§ 6
Inkrafttreten von Novellen
(1) Die Änderung des § 2 und der Anlage A sowie die Einfügung der §§ 2a, 2b und 3a durch die Novelle LGBl. Nr. 60/2012 treten mit dem der Kundmachung folgenden Tag, das ist der 12. Juli 2012, in Kraft.
(2) In der Fassung der Verordnung LGBl. Nr. 75/2021 tritt Anlage A mit dem der Kundmachung folgenden Tag, das ist der 29. Juni 2021, in Kraft. Anm.: in der Fassung LGBl. Nr. 60/2012 , LGBl. Nr. 75/2021 Anlage A Schutzgüter sind folgende natürliche Lebensraumtypen, Tier- und Vogelarten gemäß § 4 Z 11, Z 20 lit. a und b und Z 25 StNSchG 2017: Lebensräume nach der FFH-RL Anhang I Code-Nr. Lebensraumtyp 6510 Magere Flachland-Mähwiesen 7230 Kalkreiche Niedermoore Wirbellose nach der FFH-RL Anhang II Code-Nr. Deutscher Name Wissenschaftlicher Name 1014 Schmale Windelschnecke Vertigo angustior 1060 Großer Feuerfalter Lycaena dispar 6179 Dunkler Ameisenbläuling Phengaris nausithous Vögel nach der VS-RL Anhang I Code-Nr. Deutscher Name Wissenschaftlicher Name A022 Zwergdommel Ixobrychus minutus A081 Rohrweihe Circus aeruginosus A119 Tüpfelsumpfhuhn Porzana porzana Regelmäßig vorkommender Zugvögel Code-Nr. Deutscher Name Wissenschaftlicher Name A118 Wasserralle Rallus aquaticus A153 Bekassine Gallinago gallinago A251 Rauchschwalbe Hirundo rustica A290 Feldschwirl Locustella naevia A291 Schlagschwirl Locustella fluviatilis A292 Rohrschwirl Locustella luscinioides A295 Schilfrohrsänger Acrocephalus schoenobaenus A296 Sumpfrohrsänger Acrocephalus palustris A297 Teichrohrsänger Acrocephalus scirpaceus A309 Dorngrasmücke Sylvia communis A336 Beutelmeise Remiz pendulinus A381 Rohrammer Emberiza schoeniclus Anm.: in der Fassung LGBl. Nr. 60/2012 , LGBl. Nr. 75/2021