Monitoring Gesetzessammlung

BGBl. III Nr. 1/2014

AT - Österreichisches Bundesrecht

BGBl. III Nr. 1/2014

Übersetzung (BGBl. III Nr. 1/2014)

Langtitel

(Übersetzung)
Strafrechtsübereinkommen über Korruption
StF: BGBl. III Nr. 1/2014 (NR: GP XXIV RV 2364 AB 2467 S. 216. BR: AB 9108 S. 823. )

Änderung

BGBl. III Nr. 148/2014 (K – Geltungsbereich)
BGBl. III Nr. 149/2014 (K – Geltungsbereich Z)
BGBl. III Nr. 34/2015 (K – Geltungsbereich Z)
BGBl. III Nr. 41/2015 (K – Geltungsbereich Z)
BGBl. III Nr. 181/2015 (K – Geltungsbereich Z)
BGBl. III Nr. 182/2015 (K – Geltungsbereich)
BGBl. III Nr. 124/2016 (K – Geltungsbereich)
BGBl. III Nr. 205/2016 (K – Geltungsbereich)
BGBl. III Nr. 201/2017 (K – Geltungsbereich Z)
BGBl. III Nr. 202/2017 (K – Geltungsbereich)
BGBl. III Nr. 145/2018 (K – Geltungsbereich)
BGBl. III Nr. 148/2018 (K – Geltungsbereich Z)
BGBl. III Nr. 14/2019 (K – Geltungsbereich Z)
BGBl. III Nr. 20/2019 (K – Geltungsbereich)
BGBl. III Nr. 12/2020 (K – Geltungsbereich)
BGBl. III Nr. 224/2020 (K – Geltungsbereich Z)
BGBl. III Nr. 55/2022 (K – Geltungsbereich)
BGBl. III Nr. 56/2022 (K – Geltungsbereich Z)
BGBl. III Nr. 172/2022 (K – Geltungsbereich)
BGBl. III Nr. 66/2023 (K – Geltungsbereich)
BGBl. III Nr. 173/2023 (K – Geltungsbereich)
BGBl. III Nr. 35/2024 (K – Geltungsbereich)
BGBl. III Nr. 38/2024 (K – Geltungsbereich Z)
BGBl. III Nr. 187/2025 (K – Geltungsbereich Z)
BGBl. III Nr. 192/2025 (K – Geltungsbereich)

Vertragsparteien

*Albanien III 1/2014, III 2/2014 Z *Andorra III 1/2014, III 34/2015 Z, III 182/2015, III 202/2017, III 55/2022, III 173/2023 *Armenien III 1/2014, III 2/2014 Z, III 182/2015, III 145/2018, III 55/2022, III 35/2024 *Aserbaidschan III 1/2014, III 2/2014 Z, III 182/2015, III 20/2019, III 55/2022, III 192/2025 *Belarus III 1/2014, III 34/2015 Z, III 35/2024 K, III 38/2024 Z K *Belgien III 1/2014, III 2/2014 Z, III 124/2016 *Bosnien-Herzegowina III 1/2014, III 2/2014 Z *Bulgarien III 1/2014, III 2/2014 Z *Dänemark III 1/2014, III 2/2014 Z, III 148/2014, III 202/2017, III 55/2022, III 173/2023 *Deutschland III 201/2017 Z, III 202/2017, III 55/2022, III 173/2023 *Estland III 1/2014, III 224/2020 Z *Finnland III 1/2014, III 2/2014 Z, III 182/2015, III 202/2017, III 55/2022, III 35/2024 *Frankreich III 1/2014, III 2/2014 Z, III 148/2014, III 202/2017, III 55/2022, III 192/2025 *Georgien III 1/2014, III 149/2014 Z *Griechenland III 1/2014, III 2/2014 Z *Irland III 1/2014, III 2/2014 Z *Island III 1/2014, III 2/2014 Z *Italien III 1/2014, III 202/2017, III 12/2020, III 172/2022, III 192/2025 *Kroatien III 1/2014, III 2/2014 Z *Lettland III 1/2014, III 2/2014 Z *Liechtenstein III 201/2017 Z, III 202/2017 *Litauen III 1/2014, III 2/2014 Z *Luxemburg III 1/2014, III 2/2014 Z *Malta III 1/2014, III 149/2014 Z *Marokko III 55/2022 *Moldau III 1/2014, III 2/2014 Z *Monaco III 1/2014, III 2/2014 Z, III 124/2016, III 20/2019, III 55/2022, III 192/2025 *Montenegro III 1/2014, III 2/2014 Z *Niederlande III 1/2014, III 2/2014 Z, III 148/2014, III 149/2014 Z, III 201/2017 Z, III 202/2017, III 55/2022, III 56/2022 Z, III 173/2023, III 38/2024 Z, III 187/2025 Z, III 192/2025 *Nordmazedonien III 1/2014, III 2/2014 Z *Norwegen III 1/2014, III 2/2014 Z *Polen III 1/2014, III 149/2014 Z *Portugal III 1/2014, III 41/2015 Z, III 14/2019 Z, III 56/2022 Z, III 187/2025 Z *Rumänien III 1/2014, III 2/2014 Z *Russische F III 1/2014, III 66/2023 K *San Marino III 205/2016, III 201/2017 Z *Schweden III 1/2014, III 2/2014 Z, III 124/2016, III 12/2020, III 172/2022, III 192/2025 *Schweiz III 1/2014, III 2/2014 Z, III 181/2015 Z, III 182/2015, III 145/2018, III 148/2018 Z, III 55/2022, III 56/2022 Z, III 187/2025 Z, III 192/2025 *Serbien III 1/2014, III 2/2014 Z *Slowakei III 1/2014, III 2/2014 Z *Slowenien III 1/2014, III 2/2014 Z *Spanien III 1/2014, III 2/2014 Z, III 148/2014, III 202/2017, III 12/2020, III 55/2022, III 192/2025 *Tschechische R III 1/2014, III 148/2018 Z *Türkei III 1/2014, III 34/2015 Z *Ukraine III 1/2014, III 2/2014 Z, III 181/2015 Z, III 182/2015, III 172/2022, III 38/2024 Z *Ungarn III 1/2014, III 148/2014, III 41/2015 Z, III 182/2015 *Vereinigtes Königreich III 1/2014, III 2/2014 Z, III 124/2016, III 172/2022, III 173/2023, III 192/2025 *Zypern III 1/2014, III 2/2014 Z, III 148/2014, III 205/2016, III 12/2020

Präambel/Promulgationsklausel

Der Nationalrat hat beschlossen:
Die Mitgliedstaaten des Europarats und die anderen Staaten, die dieses Übereinkommen unterzeichnen,
in der Erwägung, dass es das Ziel des Europarats ist, eine engere Verbindung zwischen seinen Mitgliedern herbeizuführen;
in Anerkennung der Bedeutung einer verstärkten Zusammenarbeit mit den anderen Unterzeichnerstaaten dieses Übereinkommens;
überzeugt von der Notwendigkeit, mit Vorrang eine auf den Schutz der Gesellschaft vor Korruption gerichtete gemeinsame Strafrechtspolitik zu verfolgen, unter anderem durch Annahme geeigneter Rechtsvorschriften und Ergreifung geeigneter Vorbeugungsmaßnahmen;
unter Hinweis darauf, dass die Korruption eine Bedrohung der Rechtsstaatlichkeit, der Demokratie und der Menschenrechte darstellt, die Grundsätze verantwortungsbewussten staatlichen Handelns, der Billigkeit und der sozialen Gerechtigkeit untergräbt, den Wettbewerb verzerrt, die wirtschaftliche Entwicklung behindert und die Stabilität der demokratischen Institutionen und die sittlichen Grundlagen der Gesellschaft gefährdet;
in der Überzeugung, dass zur wirksamen Bekämpfung der Korruption eine verstärkte, zügige und gut funktionierende internationale Zusammenarbeit in Strafsachen nötig ist;
erfreut über jüngste Entwicklungen, die auf internationaler Ebene zu einem geschärften Bewusstsein und besserer Zusammenarbeit im Kampf gegen die Korruption beitragen, einschließlich der Maßnahmen der Vereinten Nationen, der Weltbank, des Internationalen Währungsfonds, der Welthandelsorganisation, der Organisation Amerikanischer Staaten, der OECD und der Europäischen Union;
im Hinblick auf das Aktionsprogramm gegen Korruption, das im November 1996 vom Ministerkomitee des Europarats auf die Empfehlungen der 19. Konferenz der europäischen Justizminister (La Valletta 1994) hin angenommen worden ist;
unter Hinweis darauf, wie wichtig in diesem Zusammenhang die Teilnahme der Nichtmitgliedstaaten an den Tätigkeiten des Europarats zur Bekämpfung der Korruption ist, und erfreut über deren wertvollen Beitrag zur Verwirklichung des Aktionsprogramms gegen Korruption;
ferner unter Hinweis darauf, dass in der von den europäischen Justizministern auf ihrer 21. Konferenz (Prag 1997) angenommenen Entschließung Nr. 1 die rasche Umsetzung des Aktionsprogramms gegen Korruption gefordert und insbesondere die Ausarbeitung eines Strafrechtsübereinkommens über Korruption empfohlen wird, in dem das koordinierte Unter-Strafe-Stellen von Korruptionsdelikten, eine verstärkte Zusammenarbeit bei der Verfolgung solcher Delikte und ein wirkungsvoller Überwachungsmechanismus, zu dem Mitgliedstaaten und Nichtmitgliedstaaten gleichberechtigt Zugang haben, vorgesehen sind;
eingedenk dessen, dass die Staats- und Regierungschefs des Europarats bei ihrem Zweiten Gipfel vom 10. und 11. Oktober 1997 in Straßburg beschlossen haben, gemeinsame Antworten auf die Herausforderungen zu suchen, die sich durch die Ausbreitung der Korruption stellen, und einen Aktionsplan angenommen haben, mit dem die Zusammenarbeit im Kampf gegen die Korruption, einschließlich ihrer Verbindungen zum organisierten Verbrechen und zur Geldwäsche, gefördert werden soll und das Ministerkomitee insbesondere beauftragt wird, die Ausarbeitung völkerrechtlicher Übereinkünfte entsprechend dem Aktionsprogramm gegen Korruption rasch abzuschließen;
ferner in der Erwägung, dass in der Entschließung (97) 24 über die 20 Leitlinien zur Bekämpfung der Korruption, angenommen vom Ministerkomitee auf seiner 101. Tagung am 6. November 1997, die Notwendigkeit unterstrichen wird, die Ausarbeitung völkerrechtlicher Übereinkünfte entsprechend dem Aktionsprogramm gegen Korruption rasch abzuschließen;
in Anbetracht der am 4. Mai 1998 auf der 102. Tagung des Ministerkomitees erfolgten Annahme der Entschließung (98) 7 zur Genehmigung des erweiterten Teilabkommens über die Einrichtung der „Staatengruppe gegen Korruption – GRECO“ 1 , deren Ziel es ist, die Fähigkeit ihrer Mitglieder zur Bekämpfung der Korruption zu verbessern, indem sie die Erfüllung ihrer Verpflichtungen in diesem Bereich überwacht –
sind wie folgt übereingekommen:
_______________________________
1 Kundgemacht in BGBl. III Nr. 155/2006 .

Ratifikationstext

Die vom Bundespräsidenten unterzeichnete und vom Bundeskanzler gegengezeichnete Ratifikationsurkunde wurde am 25. September 2013 beim Generalsekretär des Europarats hinterlegt; das Übereinkommen tritt gemäß seinem Art. 32 Abs. 4 für Österreich mit 1. Jänner 2014 in Kraft.
Anlässlich der Hinterlegung der Ratifikationsurkunde wurde gemäß Art. 29 Abs. 1 des Übereinkommens als zentrale Behörde notifiziert:
„Bundesministerium für Justiz
Museumstraße 7
1070 Wien
Österreich“.
Nach Mitteilungen des Generalsekretärs des Europarats haben folgende weitere Staaten das Übereinkommen ratifiziert, angenommen oder sind diesem beigetreten:
Albanien, Andorra, Armenien, Aserbaidschan, Belarus, Belgien, Bosnien und Herzegowina, Bulgarien, Dänemark (ohne Färöer und Grönland), die ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien, Estland, Finnland, Frankreich, Georgien, Griechenland, Irland, Island, Italien, Kroatien, Lettland, Litauen, Luxemburg, Malta, Moldau, Monaco, Montenegro, Niederlande (für das Königreich in Europa und den karibischen Teil der Niederlande (die Inseln Bonaire, Sint Eustatius und Saba)), Norwegen, Polen, Portugal, Rumänien, Russische Föderation, Schweden, Schweiz, Serbien, Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechische Republik, Türkei, Ukraine, Ungarn, Vereinigtes Königreich (einschließlich Jersey), Zypern.
Nach Mitteilungen des Generalsekretärs des Europarats haben nachstehende Staaten ihre erklärten Vorbehalte gemäß Art. 37 und in Übereinstimmung mit Art. 38 des Strafrechtsübereinkommens über Korruption ( BGBl. III Nr. 1/2014 ) für weitere drei Jahre wie folgt erneuert:
Vorbehalte und Erklärungen: Vorbehalte und Erklärungen zu diesem Übereinkommen – mit Ausnahme derer Österreichs und territorialer Anwendungen – werden im Teil III des Bundesgesetzblattes nicht veröffentlicht. Sie sind in englischer und französischer Sprache auf der Webseite des Europarats unter http://conventions.coe.int / abrufbar [ SEV Nr. 173 ]:
Albanien, Andorra, Armenien, Aserbaidschan, Belarus, Belgien, Bosnien-Herzegowina, Bulgarien, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Georgien, Griechenland, Irland, Island, Italien, Kroatien, Lettland, Liechtenstein, Litauen, Luxemburg, Malta, Moldau, Monaco, Montenegro, Niederlande, Norwegen, Polen, Portugal, Rumänien, Russische F, Schweden, Schweiz, Serbien, Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechische R, Ukraine, Vereinigtes Königreich, Zypern
Armenien hat am 1. Dezember 2017 den anlässlich der Hinterlegung der Ratifikationsurkunde erklärten Vorbehalt zu Art. 26 Abs. 1 des Strafrechtsübereinkommens über Korruption in Übereinstimmung mit Art. 38 für weitere drei Jahre, beginnend ab 1. Mai 2018, erneuert.
Aserbaidschan hat am 16. Oktober 2018 seinen anlässlich der Hinterlegung der Ratifikationsurkunde erklärten Vorbehalt zu Art. 26 Abs. 1 des Strafrechtsübereinkommens über Korruption in Übereinstimmung mit Art. 38 für weitere drei Jahre, beginnend ab 1. Juni 2019, erneuert.
Ferner hat Deutschland am 28. März 2023 seine nach Art. 36 des Übereinkommens abgegebene Erklärung ab 1. September 2023 für weitere drei Jahre erneuert.
Frankreich hat am 28. April 2017 den zu Art. 12 des Strafrechtsübereinkommens angebrachten Vorbehalt zurückgezogen und darüber hinaus den Vorbehalt zu Art. 17 Abs. 1 lit. b und c des Übereinkommens für die Dauer von drei Jahren, beginnend mit 1. August 2017, erneuert.
Italien hat am 25. Juni 2019 in Übereinstimmung mit Art. 38 des Strafrechtsübereinkommens über Korruption die anlässlich der Ratifikation des Übereinkommens erklärten Vorbehalte zu den Art. 4, 7, 8 und 12 zurückgenommen sowie den Vorbehalt zu Art. 5 und 6 des Übereinkommens ab 1. Oktober 2019 für weitere drei Jahre erneuert.
Monaco hat am 18. Jänner 2019 seinen gemäß Art. 37 Abs. 2 und Art. 17 Abs. 2 des Übereinkommens erklärten Vorbehalt teilweise zurückgenommen sowie den aufrechterhaltenen Teil des Vorbehalts in Übereinstimmung mit Art. 38 des Übereinkommens für die Dauer von drei Jahren, beginnend ab 1. Juli 2019, erneuert.
Weiters hat Monaco am 31. März 2022 den in Anwendung von Art. 37 Abs. 2 und Art. 17 Abs. 2 des Übereinkommens formulierten Vorbehalt teilweise zurückgenommen sowie den aufrechterhaltenen Teil des Vorbehalts in Übereinstimmung mit Art. 38 des Übereinkommens für die Dauer von drei Jahren, beginnend ab 1. April 2022, erneuert.
Weiters haben die Niederlande am 27. Juni 2024 gegenüber der Generalsekretärin des Europarats die Erstreckung der Anwendbarkeit des Übereinkommens auf Curaçao nach Maßgabe von Vorbehalten gemäß Art. 37 zu den Art. 12 und 17 sowie einer Erklärung gemäß Art. 29 des Übereinkommens mit Wirkung vom 1. Oktober 2024 erklärt.
Die Schweiz hat am 25. März 2015 die gemäß Art. 36 des Übereinkommens abgegebene Erklärung für weitere drei Jahre, beginnend ab 1. Juli 2015, erneuert.
Weiters hat die Schweiz am 12. März 2018 die gemäß Art. 36 des Übereinkommens abgegebene Erklärung für weitere drei Jahre, beginnend ab 1. Juli 2018, erneuert.
Die Schweiz hat am 29. Februar 2024 die gemäß Art. 36 des Übereinkommens abgegebene Erklärung mit Wirkung ab 1. Juli 2024 für weitere drei Jahre erneuert.
Einer Mitteilung des Generalsekretärs zufolge hat die Ukraine am 16. Oktober 2015 eine Erklärung hinsichtlich der Anwendung und Umsetzung des Übereinkommens in den derzeit nicht von der ukrainischen Regierung kontrollierten Teilen ihres Staatsgebiets abgegeben.
Einer weiteren Mitteilung der Generalsekretärin zufolge hat die Ukraine am 19. April 2022 eine allgemeine Erklärung hinsichtlich der Unmöglichkeit der vollen Erfüllung ihrer völkerrechtlichen Verpflichtungen aus diesem Übereinkommen aufgrund der militärischen Aggression Russlands gegen die Ukraine abgegeben.
Ungarn hat am 27. Februar 2015 seinen erklärten Vorbehalt zu Art. 8 des Übereinkommens zurückgezogen.
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