Monitoring Gesetzessammlung

BGBl. II Nr. 300/2018

AT - Österreichisches Bundesrecht

BGBl. II Nr. 300/2018

Schulreifeverordnung (BGBl. II Nr. 300/2018)

Langtitel

Verordnung des Bundesministers für Bildung, Wissenschaft und Forschung über die näheren Festlegungen betreffend das Vorliegen der Schulreife (Schulreifeverordnung)
StF: BGBl. II Nr. 300/2018

Präambel/Promulgationsklausel

Auf Grund des § 6 Abs. 2d des Schulpflichtgesetzes 1985, BGBl. Nr. 76/1985 , zuletzt geändert durch das Bundesgesetz BGBl. I Nr. 35/2018 , wird verordnet:

§ 1. Schulreife

(1) Die Schulreife eines Kindes gemäß § 6 Abs. 2b Z 2 des Schulpflichtgesetzes 1985, BGBl. Nr. 76/1985 , liegt vor, wenn es dem Unterricht der ersten Schulstufe zu folgen vermag, ohne körperlich oder geistig überfordert zu werden. Dies setzt ausreichende kognitive Reife und Grunddispositionen zum Erlernen der Kulturtechniken Lesen, Schreiben und Rechnen, ein altersgemäßes Sprachverständnis sowie eine altersgemäße sprachliche Ausdrucksfähigkeit und die für die erfolgreiche Teilnahme am Unterricht der ersten Schulstufe erforderliche körperliche und sozial-emotionale Reife voraus.
(2) Die Kriterien gemäß Abs. 1 sind entsprechend den Festlegungen der §§ 2 bis 5 zu überprüfen.

§ 2. Kognitive Reife und Grunddispositionen zum Erlernen der Kulturtechniken

Die kognitive Reife und Grunddispositionen zum Erlernen der Kulturtechniken Lesen, Schreiben und Rechnen sind ausreichend entwickelt, wenn das Kind 1. über phonologische Bewusstheit verfügt, 2. rasch und sicher vertraute Objekte benennen kann, 3. über ein mengenbezogenes Vorwissen verfügt, 4. über ein zahlenbezogenes Vorwissen verfügt sowie 5. ein altersgemäßes Aufmerksamkeits- und Konzentrationsverhalten zeigt.

§ 3. Sprachliche Kompetenz

Für die Überprüfung der sprachlichen Kompetenz sind ein altersgemäßes Sprachverständnis sowie eine altersgemäße sprachliche Ausdrucksfähigkeit zu berücksichtigen.

§ 4. Körperliche Reife

Für die Überprüfung der körperlichen Reife sind allgemeine körperliche Fähigkeiten zur Erfüllung schulischer Aufgaben sowie die dafür maßgebliche grob- und feinmotorische Geschicklichkeit zu berücksichtigen.

§ 5. Sozial-emotionale Reife

Eine ausreichende sozial-emotionale Reife liegt vor, wenn das Kind insbesondere über die für die erfolgreiche Teilnahme am Unterricht der ersten Schulstufe erforderlichen 1. sozialkommunikativen Kompetenzen sowie 2. personalen Kompetenzen verfügt.

§ 6. Verweisungen

Soweit in dieser Verordnung auf Bundesgesetze verwiesen wird, sind diese in der mit dem Inkrafttreten der jeweils letzten Novelle dieser Verordnung geltenden Fassung anzuwenden.

§ 7. Inkrafttreten

Diese Verordnung tritt mit Ablauf des Tages der Kundmachung im Bundesgesetzblatt in Kraft.
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