BGBl. II Nr. 298/2016
BGBl. II Nr. 298/2016
Bekanntmachung der Bundesministerin für Bildung betreffend den Lehrplan für den katholischen Religionsunterricht an Bildungsanstalten für Sozialpädagogik (BGBl. II Nr. 298/2016)
Beachte für folgende Bestimmung
Jahrgangsweise gestaffeltes Inkrafttreten (vgl. § 1):
1.9.2016 (I. Jahrgang)
1.9.2017 (II. Jahrgang)
1.9.2018 (III. Jahrgang)
1.9.2019 (IV. Jahrgang)
1.9.2020 (V. Jahrgang)
Langtitel
Bekanntmachung der Bundesministerin für Bildung betreffend den Lehrplan für den katholischen Religionsunterricht an Bildungsanstalten für Sozialpädagogik
StF: BGBl. II Nr. 298/2016
Präambel/Promulgationsklausel
Auf Grund des § 2 Abs. 2 des Religionsunterrichtsgesetzes, BGBl. 190/1949 , zuletzt geändert durch das Bundesgesetz BGBl. I Nr. 36/2012 , wird bekannt gemacht:
§ 1.
Der in der Anlage wiedergegebene Lehrplan für den katholischen Religionsunterricht an Bildungsanstalten für Sozialpädagogik wurde von der Katholischen Kirche erlassen und wird hiermit gemäß § 2 Abs. 2 des Religionsunterrichtsgesetzes bekannt gemacht. Diese Bekanntmachung und die Anlage zu dieser Bekanntmachung treten hinsichtlich des I. Jahrgangs mit Wirksamkeit vom 1. September 2016 und hinsichtlich der weiteren Jahrgänge jeweils mit Wirksamkeit vom 1. September der Folgejahre jahrgangsweise aufsteigend an die Stelle der Bekanntmachung BGBl. Nr. 701/1993 . Beachte für folgende Bestimmung Jahrgangsweise gestaffeltes Inkrafttreten (vgl. § 1): 1.9.2016 (I. Jahrgang) 1.9.2017 (II. Jahrgang) 1.9.2018 (III. Jahrgang) 1.9.2019 (IV. Jahrgang) 1.9.2020 (V. Jahrgang)
§ 2.
In der Anlage 2 (Lehrplan der Bildungsanstalt für Sozialpädagogik) zur Verordnung über die Lehrpläne der Bildungsanstalt für Elementarpädagogik und der Bildungsanstalt für Sozialpädagogik 2016, BGBl. II Nr. 204/2016 , lautet in Abschnitt VI (Lehrpläne für den Religionsunterricht) die Z 1 (Katholischer Religionsunterricht): „1. Katholischer Religionsunterricht: Siehe die Bekanntmachung BGBl. II Nr. 298/2016 in der geltenden Fassung.“ Beachte für folgende Bestimmung Jahrgangsweise gestaffeltes Inkrafttreten (vgl. § 1): 1.9.2016 (I. Jahrgang) 1.9.2017 (II. Jahrgang) 1.9.2018 (III. Jahrgang) 1.9.2019 (IV. Jahrgang) 1.9.2020 (V. Jahrgang) Anlage
LEHRPLAN FÜR DEN KATHOLISCHEN RELIGIONSUNTERRICHT AN BILDUNGSANSTALTEN FÜR SOZIALPÄDAGOGIK
Präambel Der adaptierte Lehrplan benennt Kompetenzen und ordnet diese den Themenbereichen und Einzelthemen zu. Die Themenbereiche sind vom zweiten bis zum fünften Jahrgang auf Module / Semester aufgeteilt. Dem Charakter des Lehrplans als Rahmenlehrplan entspricht, dass die Formulierung von inhaltsbezogenen Teilkompetenzen bzw. die damit verbundene thematische Schwerpunktsetzung (vgl. die im Lehrplan genannten Einzelthemen) Aufgabe der Lehrerinnen und Lehrer ist. 1. Bildungs- und Lehraufgabe: 1.1 Katholischer Religionsunterricht im Rahmen der schulischen Bildung Im Religionsunterricht verwirklicht die Schule in Form eines eigenen Unterrichtsgegenstandes in besonderer Weise ihre Aufgabe, an der Entwicklung der Anlagen der Jugend nach sittlichen, religiösen und sozialen Werten mitzuwirken (nach § 2 des Schulorganisationsgesetzes). Der Religionsunterricht versteht sich als Dienst an den Schülerinnen und Schülern und an der Schule. Der Religionsunterricht ist konfessionell geprägt und gewinnt aus seiner Orientierung an der biblischen Offenbarung und kirchlichen Tradition seinen Standpunkt. Er nimmt das unterschiedliche Ausmaß kirchlicher Sozialisation bzw. religiöser Erfahrungen der Schülerinnen und Schüler durch Differenzierung und Individualisierung ernst und will alle Schülerinnen und Schüler ansprechen, wie unterschiedlich ihre religiösen Einstellungen auch sein mögen. Im Sinne ganzheitlicher Bildung hat der Religionsunterricht kognitive, affektive und handlungsorientierte Ziele, die – entsprechend dem christlichen Menschenbild – davon ausgehen, dass der Mensch auf Transzendenz hin ausgerichtet ist. So erhalten die zu behandelnden Grundfragen nach Herkunft, Zukunft und Sinn eine religiöse Dimension. 1.2 Inhalt und Anliegen des Religionsunterrichts In der Mitte des Religionsunterrichts stehen die Schülerinnen und Schüler, ihr Leben und ihr Glaube. Inhalt des Religionsunterrichts ist daher sowohl das menschliche Leben als auch der christliche Glaube, wie er sich im Laufe der Geschichte entfaltet hat und in den christlichen Gemeinden gelebt wird. Lebens-, Glaubens- und Welterfahrungen der Schülerinnen und Schüler, der Lehrerinnen und Lehrer werden dabei aus der Perspektive des christlichen Glaubens reflektiert und gedeutet. Dieser Glaube hat in Jesus Christus seine Mitte. Zugleich werden junge Menschen ermutigt, ihre persönlichen Glaubensentscheidungen zu treffen und dementsprechend ihr Leben und ihren Glauben zu gestalten. Damit leistet der Religionsunterricht einen wesentlichen Beitrag zur Sinnfindung, zu religiöser Sachkompetenz und zur Werteerziehung. So trägt er auch zur Gestaltung des Schullebens bei. 1.3 Bedeutung des Religionsunterrichts für die Gesellschaft Der Religionsunterricht zielt darauf ab, dass die Schülerinnen und Schüler besser mit sich selbst und mit der eigenen Religion und Konfession vertraut werden. Die Auseinandersetzung mit der eigenen Herkunft und der Zugehörigkeit zur katholischen Glaubensgemeinschaft soll einen Beitrag zur Bildung von Identität leisten, die eine unvoreingenommene und angstfreie Öffnung gegenüber dem Anderen erleichtert. Das erfordert eine entsprechende Beschäftigung mit anderen Kulturen, Religionen, Weltanschauungen und Trends, die heute vielfach konkurrierend unsere pluralistische Welt prägen. Es geht sowohl um eine Befähigung zu Respekt gegenüber Menschen mit unterschiedlichen Überzeugungen als auch gegebenenfalls um die Kompetenz zu sachlich begründetem Einspruch. Die Thematisierung der gesellschaftlichen Bedeutung von christlichem Glauben soll zum Einsatz für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung ermutigen und befähigen. Damit verbunden ist die Einladung an die Schülerinnen und Schüler, sich in Kirche und Gesellschaft, sowie in Berufs- und Arbeitswelt zu engagieren. 1.4 Stellung des Religionsunterrichts an den Bildungsanstalten für Sozialpädagogik Der Religionsunterricht ist Teil des Bildungs- und Erziehungsauftrages dieser Schulart. Religiöse Bildung ist unverzichtbarer Bestandteil der Allgemein- und Persönlichkeitsbildung sowie der beruflichen Bildung. Die Bildungsanstalten für Sozialpädagogik sind „berufsbildende höhere Schulen“. Die Absolventinnen und Absolventen der Bildungsanstalten für Sozialpädagogik haben gemäß § 80 des Schulorganisationsgesetzes die Eignung, Erziehungsaufgaben in Horten, Heimen, Tagesheimstätten und im Betreuungsteil ganztägiger Schulformen sowie in der außerschulischen Jugendarbeit zu erfüllen. Daher wird in den Bildungsanstalten für Sozialpädagogik mit Rücksicht auf den besonderen Charakter des Lehrbetriebes auch Religionspädagogik unterrichtet. Im Kontext eines integrativen Ansatzes dieser Aspekte versteht sich der Religionsunterricht an den Bildungsanstalten für Sozialpädagogik mit seinen Beiträgen zur Sach-, Selbst- und Sozialkompetenz als wesentlich vernetzender und vertiefender Teil im Bildungsgang der Schülerinnen und Schüler. Die Zusammenarbeit der Religionslehrerinnen und Religionslehrer mit den Kolleginnen und Kollegen der anderen Unterrichtsgegenstände, insbesondere mit den im Bereich „Sozialpädagogik – Theorie und Praxis“ unterrichtenden, ist anzustreben. Im Bereich der Allgemeinbildung ist es wichtig unsere Kultur mit ihren jüdisch-christlichen Wurzeln zu verstehen. Religiöse Erfahrungen in Vergangenheit und Gegenwart sollen für die Deutung heutiger Suchbewegungen fruchtbar werden. Dazu soll die Sprache der Religion, welche die Tiefendimension menschlicher Existenz erhellt, eingeübt werden. Im Bereich der Persönlichkeitsbildung sind die Schülerinnen und Schüler in ihren individuellen Fähigkeiten, ihrer Biographie und ihren vielfältigen Entfaltungsmöglichkeiten zu achten. Entsprechende methodisch-didaktische Angebote der sozialpädagogischen Arbeit werden als Grundlage für die Persönlichkeitsentwicklung einbezogen. Im Bereich der spezifischen Berufsausbildung sollen folgende Aspekte berücksichtigt werden: – Die persönlich biographische Auseinandersetzung mit den eigenen Werthaltungen, die die zukünftigen Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen zu Verantwortung und Authentizität befähigen soll. – Die Förderung der Sensibilität dafür, was dem Leben aller dient, aber auch, was Leben zerstört. – Die Unterstützung der zukünftigen Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen, die religiöse Entwicklung von Kindern, Jugendlichen, Klientinnen und Klienten kompetent zu begleiten. – Das Erkennen des christlichen Glaubenlernens im Sinne des Jesus von Nazaret als einen wechselseitigen Prozess liebevoller Kommunikation, in der die Hoffnungen, Freuden, Ängste und Sorgen der Beteiligten zum Ausdruck gebracht und im Lichte des Evangeliums interpretiert werden. – Als zentrale religionspädagogische Kompetenz die Stärkung der Fähigkeit, die religiös-christlichen Dimensionen im eigenen Leben und im Zusammenleben mit den Kindern, Jugendlichen, Klientinnen und Klienten wahr zu nehmen und zu kommunizieren. 2. Didaktische Grundsätze Der Lehrplan für den Religionsunterricht an den Bildungsanstalten für Sozialpädagogik ist ein Lehrplan mit Rahmencharakter. Dieser ermöglicht den Religionslehrerinnen und Religionslehrern Veränderungen und Neues in Kultur, Gesellschaft, Pädagogik und Religion zu berücksichtigen sowie die einzelnen Lehrplaninhalte den schulspezifischen und situationsspezifischen Zielsetzungen gemäß zu gewichten. Im Religionsunterricht an den Bildungsanstalten für Sozialpädagogik ist besonders darauf Wert zu legen, dass die Themenbereiche als verbindliche Unterrichtsinhalte in allen Jahrgängen sowohl theologisch als auch religionspädagogisch erarbeitet, wiederholt, vertieft und im Zusammenhang mit der Praxis reflektiert und von ihr her besser verstanden werden. Dabei ist auf den Entwicklungsstand der Schülerinnen und Schüler zu achten. Die Einzelthemen sind in Hinblick auf die zugeordneten Kompetenzen zu verstehen und können situations- und zielgruppenorientiert ausgewählt werden. Dabei ist darauf zu achten, dass der Themenbereich so repräsentativ und elementar wie möglich dargestellt wird. Auf Grund von aktuellen Ereignissen, schulspezifischen Gegebenheiten, Projekten u. Ä. kann von der Jahrgangs- bzw. Semesterzuordnung abgewichen werden. Die Schülerinnen und Schüler sind durch die Anforderungen ihrer praktischen Ausbildung in den jeweiligen Einrichtungen besonders herausgefordert, weil sie die Situation von Kindern, Jugendlichen, Klientinnen und Klienten in den Blick nehmen, psychologische und religionspädagogische Inhalte sehen müssen und selbst noch im eigenen, auch religiösen Entwicklungsprozess stehen. Das Prinzip der Praxisbezogenheit nimmt die Schülerinnen und Schüler in dieser Situation ernst und hilft ihnen, die religionspädagogischen Bezüge zu sehen und umzusetzen. Besonders im Bereich der Elternarbeit entfalten die Schülerinnen und Schüler die Fähigkeit, über religionspädagogische Zugänge offen informieren zu können und Eltern zu ermutigen, die Religiosität ihrer Kinder ernst zu nehmen. Allgemeindidaktische Prinzipien Die allgemeindidaktischen Prinzipien sind im Lehrplan der Bildungsanstalten für Sozialpädagogik, Abschnitt IV. Didaktische Grundsätze, nachzulesen. Religionsdidaktische Prinzipien Diese umfassen insbesondere die Berücksichtigung bzw. Förderung – der Korrelationsdidaktik – des Verstehens der Bilder- und Symbolsprache – der geschichtlichen Dimension der Themen – der Ökumene – des interreligiösen Dialogs – der Spiritualität – der religiösen Entwicklung – des Lernens anhand von Lebens- und Glaubensgeschichten – des biblischen Lernens – des Lernens durch religiöse Übungen. Religionspädagogische Prinzipien für die Praxis religiöser Erziehung in den sozialpädagogischen Einrichtungen für Kinder, Jugendliche, Klientinnen und Klienten Diese umfassen insbesondere die Berücksichtigung bzw. Förderung – der Wahrnehmungsfähigkeit in Bezug auf die Selbstoffenbarung Gottes im alltäglichen Zusammenleben in den sozialpädagogischen Einrichtungen und Berufsfeldern . – der Kompetenz im Umgang mit dem situativen Ansatz, z. B. Situationen, die spirituell-religiöses Lernen begünstigen, aufgreifen und in die Weiterarbeit einbeziehen. – der Multireligiosität und der konfessionellen Vielfalt, z. B. Beachtung der Kinder, Jugendlichen, Klientinnen und Klienten in ihrer individuellen Religiosität, Beachtung ihrer Lebenswelten in ihrer je spezifischen Kultur und Religion. – der Fähigkeit, die theologischen sowie philosophischen Fragen und Gedanken der Kinder, Jugendlichen, Klientinnen und Klienten wertschätzend aufgreifen, begleiten und weiterführen zu können. – der Reflexion und kritischen Auseinandersetzung mit den neuesten Erkenntnissen in der Religionspädagogik und mit relevanten Bildungskonzepten. – der Handlungsorientierung, z. B. das Bemühen um spirituell-religiöse Grunderfahrungen im pädagogischen Handeln, im alltäglichen Zusammenleben erlebbar werden zu lassen. – der religionspädagogischen Elementarisierung, d.h. altersgemäße und zielgruppenorientierte Adaptierung ohne Verkürzung des Inhaltes. 3. Kompetenzen Die Kompetenzen beziehen sich auch auf die religionspädagogische Arbeit der Schülerinnen und Schüler im Rahmen der Praxis der Sozialpädagogik. Im Bereich Freiheit und Verantwortung – können die Schülerinnen und Schüler aus christlichem Verständnis ethisch begründet urteilen, argumentieren und handeln. – können die Schülerinnen und Schüler über die Fragestellungen der Werte- und Gewissensbildung Auskunft geben und können Kinder, Jugendliche, Klientinnen und Klienten in ihrem Gerechtigkeitssinn und ihrer Empathiefähigkeit unterstützen. Im Bereich Gott – Gottesfrage – können die Schülerinnen und Schüler sich mit ihren Sehnsüchten, Hoffnungen und Ängsten konstruktiv auseinandersetzen, können sie kommunizieren sowie ihre Fragen nach Gott zur Sprache bringen. – können die Schülerinnen und Schüler ausgehend von der persönlichen Auseinandersetzung philosophisch-theologische Fragen von Kindern, Jugendlichen, Klientinnen und Klienten wahrnehmen und gestaltend aufgreifen. Im Bereich Glaube – Kirche – Feste – können die Schülerinnen und Schüler ihr Leben in sozialen Bezügen unter dem Anspruch der Selbst-, Nächsten- und Gottesliebe reflektieren und Feste als Ausdruck der Gemeinschaft verstehen. – können die Schülerinnen und Schüler mit den Kindern, Jugendlichen, Klientinnen und Klienten Rituale und religiöse Feste gemeinschaftsfördernd und sinnstiftend gestalten. Im Bereich Vorbild Jesus von Nazaret – prophetisches Christentum – können die Schülerinnen und Schüler das Humanum als Maß für Arbeitswelt, Wirtschaft und Einsatz von Technik erkennen und diese Bereiche aus der Kraft eines prophetischen Christentums mitgestalten. – können die Schülerinnen und Schüler den Einfluss marktwirtschaftlicher Gesetzmäßigkeiten und gesellschaftlicher Entwicklungen auf das Leben von Kindern, Jugendlichen, Klientinnen und Klienten aufzeigen, in ihrer Arbeit berücksichtigen und sich im Blick auf die prophetische Praxis Jesu positionieren. Im Bereich Symbole – Rituale – Sakramente – können die Schülerinnen und Schüler die säkulare Bilder- und Medienwelt auch in ihrer religiösen Dimension interpretieren. – können die Schülerinnen und Schüler die Wirkungsgeschichte des Christusereignisses in Kirche und Welt sowie in seiner Kultur vielfältig prägenden Kraft deuten. – können die Schülerinnen und Schüler unterschiedlichen Formen von Spiritualität Ausdruck verleihen. – können die Schülerinnen und Schüler Alltagsrituale, Gebetsformen, Stilleübungen usw. gestalten und deren Bedeutung für die persönliche Entwicklung reflektieren. – können die Schülerinnen und Schüler Sakramente als Zeichen der Nähe Gottes beschreiben und in der religionspädagogischen Arbeit erschließen. Im Bereich Heil – Unheil – Erlösung – können sich die Schülerinnen und Schüler in Alltags-, Grund- und Grenzerfahrungen der Sinnfrage stellen. – können die Schülerinnen und Schüler verschiedene Wege der Bewältigung von Leid, Schuld und Tod benennen und bewerten. – sind die Schülerinnen und Schüler mit der erlösenden Verheißung des Christentums vertraut. – können die Schülerinnen und Schüler Kinder, Jugendliche, Klientinnen und Klienten mit ihren Chancen und Grenzen, in ihren Lebenssituationen und ihrem Scheitern wahrnehmen und verstehen und sie in ihren Fragen nach Glück und Erfüllung, nach Tod, Schuld und Leid im Sinn der christlichen Erlösungsbotschaft hilfreich begleiten. Im Bereich Schöpfung – Geschöpflichkeit – können die Schülerinnen und Schüler den Kosmos als Schöpfung und die Menschen als ebenbildliche Geschöpfe Gottes deuten und für die Schöpfung Sorge tragen. – können die Schülerinnen und Schüler die menschliche Fähigkeit, staunend das Wunder der Schöpfung wahrzunehmen, stärken und einen geschlechterbewussten, Diversität bejahenden Umgang aufzeigen. Im Bereich Bibel – Tradition – können sich Schülerinnen und Schüler mit Gott, der in Jesus Christus Mensch geworden ist, im biblischen Offenbarungswort und in der kirchlichen Überlieferung auseinandersetzen. – können Schülerinnen und Schüler die befreiende Kraft biblischer Texte ausgehend von einer persönlichen Auseinandersetzung erschließen und in der religionspädagogischen Arbeit umsetzen. Im Bereich Kultur – Religion – Religionen – können die Schülerinnen und Schüler wichtige Welt- und Lebensdeutungen der Religionen und Weltanschauungen beschreiben, unterscheiden und sich mit ihnen im Geiste Jesu und des II. Vatikanums respektvoll und kritisch auseinandersetzen. – können die Schülerinnen und Schüler die Individualität der Kinder, Jugendlichen, Klientinnen und Klienten in Bezug auf deren Interessen, Stärken, Schwächen sowie deren religiöse Zugänge wertschätzen und sie auch in ihrer Unterschiedlichkeit bezüglich Herkunftsfamilie und religiöser Kulturen wahr- und ernst nehmen. – können die Schülerinnen und Schüler angesichts der gegenwärtigen kulturellen und religiösen Vielfalt religionspädagogische Modelle der Förderung gegenseitiger Anerkennung umsetzen. 4. Themenbereiche und an Kompetenzen orientierte Einzelthemen I. Jahrgang Freiheit und Verantwortung Leben in sozialen Bezügen – vom Ich zum Du zum Wir Erfahrungen in der Herkunftsfamilie Gewalterfahrung – Konflikte – Konfliktbewältigung Gott – Gottesfrage Gottesbilder der Schülerinnen und Schüler Gottesfrage in den Religionen Vielfalt der biblischen Gottesbilder Jesus Christus, Sohn Gottes Glaube – Kirche – Feste Freizeit gestalten – das Leben feiern Festkultur innerhalb und/oder außerhalb der Kirche Sonntag – Tag des Herrn, Tag des Menschen Kirchenjahr – Liturgie der zentralen Feste Unterwegs sein – Wallfahrten Vorbild Jesus von Nazaret – prophetisches Christentum Glaubensgeschichten Vorbilder im Leben und im Glauben Heilige – Frauen und Männer Symbole – Rituale – Sakramente Was Jugendlichen „heilig“ ist – Symbolerfahrung Rituale und Symbole im Alltag der Schülerinnen und Schüler Liturgische Riten – Liturgieverständnis Das Sakrament der Eucharistie Heil – Unheil – Erlösung Jenseitsvorstellungen der Schülerinnen und Schüler Jenseitsvorstellungen in den Weltreligionen Eschatologie – Himmel, Hölle und ihre Bilder Schöpfung – Geschöpflichkeit Staunen über den Kosmos – Furcht und Ehrfurcht Der Mensch als Geschöpf und Mitschöpfer Individualität – Identität – Würde des Menschen Bibel – Tradition Heilige Schrift – Erfahrungen und Zugänge Abraham – Vater des Glaubens Bibeltexte im Kirchenjahr Kultur – Religion – Religionen Erscheinungsformen des Religiösen Heilige Zeichen, Orte, Zeiten Kirchen, Religionen und religiöse Gemeinschaften II. Jahrgang 3. Semester (Kompetenzmodul 3) Freiheit und Verantwortung Leben in Entscheidungen Werte und Normen vor dem Hintergrund der Freiheit Klärung der Begriffe: gut – böse, Ethik – Moral Gewissen – Verantwortung Verantwortungsvoller Umgang mit der Freiheit Gott – Gottesfrage Biographische Auseinandersetzung mit dem eigenen Gottesbild Orientierung am Gottesbild Jesu Förderung eines positiven Gottesbildes Offenbarung und Wirken Gottes in der Geschichte und der Glaube an den dreifaltigen Gott Glaube – Kirche – Feste Geschichte der Kirche Christliche Kirche – Ökumene Glaubensbekenntnisse Weihnachtsfestkreis – Osterfestkreis Vorbild Jesus von Nazaret – prophetisches Christentum Das Leben und die Lebenspraxis Jesu Menschenfreundlichkeit Gottes „Jesuanische Pädagogik“ Symbole – Rituale – Sakramente Gebetserziehung Formen des Gebetes, Haltungen, meditative Übungen, religiöse Sprache Kräfteschulung Ganzheitlich-sinnorientierte Pädagogik Christliche Symbole in unserer Lebenswelt Verwendung religiöser Symbole in einer säkularisierten Welt 4. Semester (Kompetenzmodul 4) Heil – Unheil – Erlösung Heils- und Unheilserfahrungen Jugendlicher Die Passion Jesu Tod und Auferstehung in der Liturgie Schöpfung – Geschöpflichkeit In Beziehung mit der Schöpfung leben – Spiritualität und Verantwortung Wesen, Wert, Chancen, Gefahren und Entwicklungen von Beziehungen Peer group, Freundschaft, Partnerschaft Auf dem Weg zur Intimität Bibel – Tradition Evangelium – Evangelien Von Jesus zum Christentum, der zweiten abrahamitischen Religion Grundzüge biblischer Ethik Kultur – Religion – Religionen Das Volk Israel als Empfänger des Ersten Testaments Das Judentum als erste abrahamitische Religion Aufbruchbewegungen in der Kirche Religiöse Sondergemeinschaften, okkulte Phänomene, Esoterik III. Jahrgang 5. Semester (Kompetenzmodul 5) Freiheit und Verantwortung Menschenwürde – Menschenrechte – Menschenpflichten Verantwortung für das ungeborene Leben, Humangenetik Einstellung zu Krankheit, Alter, Tod – menschenwürdiges Sterben Aktuelle Fragen angewandter Ethik Ethische Fragen in der Begleitung von Menschen mit besonderen Bedürfnissen Erziehung zum mündigen Christen Gott – Gottesfrage Zuspruchserfahrungen von Gottes Liebe im eigenen Leben und in der Geschichte Gottes- und Nächstenliebe als Antwort Gottesbilder der Kinder, Jugendlichen, Klientinnen und Klienten Aufbau einer Gottesbeziehung – mit Kindern, Jugendlichen, Klientinnen und Klienten von Gott reden Glaube – Kirche – Feste Dienst am Menschen, Diakonia – Martyria – Liturgia Weltethos, das Gebot der Nächstenliebe Mit Kindern, Jugendlichen, Klientinnen und Klienten das Kirchenjahr gestalten Kinder, Jugendliche, Klientinnen und Klienten im Gottesdienst Vorbild Jesus von Nazaret – prophetisches Christentum Die Abba-Beziehung Jesu Kultkritik – Sozialkritik – christliche Soziallehre Prophetinnen und Propheten des Ersten Testaments Symbole – Rituale – Sakramente Symbolerziehung Symbole des Verzeihens, des Versöhnens und des Neubeginns Sakrament der Taufe und der Firmung Sakrament der Versöhnung Sakrament der Krankensalbung 6. Semester (Kompetenzmodul 6) Heil – Unheil – Erlösung Erfahrung von Schuld und Leid Umgang mit Krisen und deren Bewältigung Versöhnung feiern Schöpfung – Geschöpflichkeit Fragestellungen ökologischer, sozialer und ökonomischer Nachhaltigkeit Pädagogik der Langsamkeit Bibel – Tradition Mose und die Exoduserzählung Dekalog und Bergpredigt Paulus und die neutestamentlichen Briefe Kultur – Religion – Religionen Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit Islam als dritte abrahamitische Religion Religiöse Entwicklungsstufen, Entwicklung vom Kinder- zum Erwachsenenglauben IV. Jahrgang 7. Semester (Kompetenzmodul 7) Freiheit und Verantwortung Gewissen, Gewissensentfaltung Gewissensbildung und Werteerziehung in pädagogischen Einrichtungen Gott – Gottesfrage Reich Gottes – Barmherzigkeit, Vergebung und Versöhnung als Zeichen des Gottesreiches Radikale Lebens- und Gottsuche Philosophieren und Theologisieren mit Kindern und Jugendlichen Glaube – Kirche – Feste Ausdruck des Glaubens Vielfalt der Kirchenbilder Kunst und Kirche Vorbild Jesus von Nazaret – prophetisches Christentum Zivilcourage in Gesellschaft, Wirtschaft, Politik und Kirche Aufbrüche und Umbrüche – Umgang mit Neuem Religionspädagogische Innovationen und Entwicklungen Symbole – Rituale – Sakramente Die Bedeutung von Symbolen und Ritualen Symbolgeschichten und Symbolgestalten 8. Semester (Kompetenzmodul 8) Heil – Unheil – Erlösung Erfahrungen des Scheiterns, des Schuldigwerdens, der Sünde Mit Kindern und Jugendlichen über den Tod reden Die Entwicklung der Todesvorstellungen im Kinder- und Jugendalter Schöpfung – Geschöpflichkeit Als Mann und Frau geschaffen, Frau sein – Mann sein Körperlichkeit und Sexualität, Vielfalt sexueller Orientierungen Sexualerziehung in pädagogischen Einrichtungen Partnerschaft und Familie, Singleleben, Ehelosigkeit Sakrament der Ehe Bibel – Tradition Literarische Gattungen Psalmen Biblische Geschichten (Erstes Testament – Zweites Testament) Biblisches Erzählen – Narrative Theologie Kultur – Religion – Religionen Interkulturelles und Interreligiöses Lernen und Feiern Respekt – Begegnung – Vorschriften – Rituale Kultur als schöpferische Lebensäußerung, Kunst und Religion Religion und Gewalt Religionskritik V. Jahrgang (Kompetenzmodul 9) 9. Semester Freiheit und Verantwortung Berufsethos und Berufsethik Salutogenese, Resilienz Beruf – Berufung Macht und Ohnmacht, Erfolg und Misserfolg in der Arbeit mit Kindern, Jugendlichen, Klientinnen und Klienten Elternarbeit zu religiösen Themen Religiöse Fort- und Weiterbildung Gott – Gottesfrage Vom Urvertrauen zum Gottvertrauen Zusammenhang zwischen Grundvertrauen und Gottesglauben Umgang mit existentiellen Sehnsüchten Glaube – Kirche – Feste Struktur der Kirche, kirchliche Ämter für Frauen und Männer Dienst am Kind und am Jugendlichen Einrichtungen kirchlicher Trägerschaft und ihr Engagement für Kinder, und Jugendliche und Menschen mit besonderen Bedürfnissen Vorbild Jesus von Nazaret – prophetisches Christentum Der Priester als Zeichen – das Sakrament der Priesterweihe Der Umgang von Jesus mit Frauen und Kindern Frauen in Bibel, Kirche und Gesellschaft Feministische Theologie Symbole – Rituale – Sakramente Sakramentenverständnis Liturgische Feiern mit Kindern und Jugendlichen Theologie und Feier der Sakramente Formen der Marienverehrung – Maria 10. Semester Heil – Unheil – Erlösung Reflexion der persönlichen Glaubens- und Zweifelsgeschichte Theodizee Befreiende Antworten aus der Bibel Schöpfung – Geschöpflichkeit Schöpfung und Evolution – religiöse und philosophische Zugänge Schöpfung mit Kindern, Jugendlichen, Klientinnen und Klienten erleben und feiern Bibel – Tradition Bibel und Literatur Kinder- und Jugendbibeln Kultur – Religion – Religionen Weltreligionen im Dialog Arbeiten mit multikulturellen und multireligiösen Kinder- und Jugendgruppen Religiöse Praxis im Alltag einer säkularisierten Gesellschaft Erscheinungsformen des Atheismus