BGBl. III Nr. 134/2005
BGBl. III Nr. 134/2005
Abkommen – in Form eines Briefwechsels - über die Besteuerung von Zinserträgen zwischen der Republik Österreich und dem Überseeischen Hoheitsgebiet des Vereinigten Königreiches Montserrat (BGBl. III Nr. 134/2005)
Langtitel
Abkommen – in Form eines Briefwechsels - über die Besteuerung von Zinserträgen zwischen der Republik Österreich und dem Überseeischen Hoheitsgebiet des Vereinigten Königreiches Montserrat
StF: BGBl. III Nr. 134/2005 (NR: GP XXII RV 887 VV S. 109. BR: AB 7273 S. 722. )
Präambel/Promulgationsklausel
Der Nationalrat hat beschlossen:
Der Abschluss des gegenständlichen Staatsvertrages wird genehmigt.
1. In Artikel 17 der Richtlinie 2003/48/EG (im Folgenden „die Richtlinie“) des Rates der Europäischen Union (im Folgenden „der Rat“) im Bereich der Besteuerung von Zinserträgen ist vorgesehen, dass die Mitgliedstaaten vor dem 1. Januar 2004 die Rechts- und Verwaltungsvorschriften erlassen und veröffentlichen, die erforderlich sind, um dieser Richtlinie nachzukommen, deren Vorschriften ab dem 1. Januar 2005 angewendet werden, sofern
2. Das Verhältnis von Montserrat zur EU ist im Vierten Teil des Vertrages zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft geregelt. In Übereinstimmung mit dem Vertrag ist Montserrat nicht Bestandteil des Steuergebiets der Europäischen Union.
3. Montserrat nimmt zur Kenntnis, dass es zwar letztlich Ziel der Mitgliedstaaten der Europäischen Union ist, eine effektive Besteuerung von Zinszahlungen in dem Mitgliedstaat, in dem der wirtschaftliche Eigentümer steuerlich ansässig ist, im Wege des Austausches von Informationen über Zinszahlungen zwischen den Mitgliedstaaten zu ermöglichen, dass jedoch drei Mitgliedstaaten, nämlich Österreich, Belgien und Luxemburg, während einer Übergangszeit nicht verpflichtet sind, den Informationsaustausch vorzunehmen, sondern eine Quellensteuer auf die von der Richtlinie erfassten Zinserträge anwenden.
4. Montserrat hat eingewilligt, die automatische Auskunftserteilung gemäß Kapitel II der Richtlinie nach Artikel 10 der Richtlinie anzuwenden.
5. Montserrat verfügt über Rechtsvorschriften betreffend Organismen für gemeinsame Anlagen, die in ihrer Wirkung als gleichwertig mit den Rechtsvorschriften der EG nach den Artikeln 2 und 6 der Richtlinie betrachtet werden.
Daher sind die Republik Österreich und Montserrat, (im Folgenden „die Vertragspartei“ oder „die Vertragsparteien“ genannt, soweit der Zusammenhang nichts anderes erfordert), übereingekommen, folgendes Abkommen zu schließen, das Verpflichtungen nur für die Vertragsparteien enthält und
Ratifikationstext
Die Mitteilungen gemäß Art. 14 des Abkommens wurden am 10. Juni 2005 bzw. 27. Juni 2005 abgegeben; das Abkommen tritt daher gemäß seinem Art. 14 mit 27. Juli 2005 in Kraft.
Ebenfalls gemäß Art. 14 gelten die Bestimmungen dieses Abkommens aber schon ab dem Zeitpunkt, an dem die Richtlinie 2003/48/EG des Rates vom 3. Juni 2003 im Bereich der Besteuerung von Zinserträgen (ABl. Nr. L 157 vom 26.06.2003 S. 38) gemäß ihrem Art. 17 Abs. 2 und 3 anzuwenden ist, das heißt ab 1. Juli 2005.
ANHANG LISTE DER VERBUNDENEN EINRICHTUNGEN
Für Zwecke des Artikels 11 sind folgende Einrichtungen „als mit der Regierung verbundene Einrichtungen, die als Behörde handeln oder deren Funktion durch einen internationalen Vertrag anerkannt ist“, zu betrachten: EINRICHTUNGEN INNERHALB DER EUROPÄISCHEN UNION:: Belgien – Vlaams Gewest (Flämische Region) – Région wallonne (Wallonische Region) – Région bruxelloise/Brussels Gewest (Region Brüssel-Hauptstadt) – Communauté française (Französische Gemeinschaft) – Vlaamse Gemeenschap (Flämische Gemeinschaft) – Deutschsprachige Gemeinschaft Spanien – Xunta de Galicia (Regierung der autonomen Gemeinschaft Galicien) – Junta de Andalucía (Regierung der autonomen Gemeinschaft Andalusien) – Junta de Extremadura (Regierung der autonomen Gemeinschaft Extremadura) – Junta de Castilla- La Mancha (Regierung der autonomen Gemeinschaft Kastilien-La Mancha) – Junta de Castilla- León (Regierung der autonomen Gemeinschaft Kastilien und León) – Gobierno Foral de Navarra (Regierung der autonomen Gemeinschaft Navarra) – Govern de les Illes Balears (Regierung der autonomen Gemeinschaft Balearen) – Generalitat de Catalunya (Regierung der autonomen Gemeinschaft Katalonien) – Generalitat de Valencia (Regierung der autonomen Gemeinschaft Valencia) – Diputación General de Aragón (Regierung der autonomen Gemeinschaft Aragon) – Gobierno de las Islas Canarias (Regierung der autonomen Gemeinschaft Kanarische Inseln) – Gobierno de Murcia (Regierung der autonomen Gemeinschaft Murcia) – Gobierno de Madrid (Regierung der autonomen Gemeinschaft Madrid) – Gobierno de la Comunidad Autónoma del País Vasco/Euzkadi (Regierung der autonomen Gemeinschaft Baskenland) – Diputación Foral de Guipúzcoa (Provinzrat von Guipúzcoa) – Diputación Foral de Vizcaya/Bizkaia (Provinzrat von Biskaya) – Diputación Foral de Alava (Provinzrat von Alava) – Ayuntamiento de Madrid (Stadt Madrid) – Ayuntamiento de Barcelona (Stadt Barcelona) – Cabildo Insular de Gran Canaria (Inselrat Gran Canaria) – Cabildo Insular de Tenerife (Inselrat Teneriffa) – Instituto de Crédito Oficial (Amtliches Kreditinstitut) – Instituto Catalán de Finanzas (Katalanisches Finanzinstitut) – Instituto Valenciano de Finanzas (Valencianisches Finanzinstitut) Griechenland – Griechische Telekommunikationsanstalt – Griechisches Eisenbahnennetz – Staatliche Elektrizitätswerke Frankreich – La Caisse d`amortissement de la dette sociale (CADES) (Schuldenfinanzierungskasse der Sozialversicherung) – L`Agence française de développement (AFD) (Französische Agentur für Entwicklung) – Réseau Ferré de France (RFF)(Eigentums- und Verwaltungsgesellschaft des französischen Eisenbahnnetzes) – Caisse Nationale des Autoroutes (CNA) (Staatliche Finanzierungskasse der Autobahnen) – Assistance publique Hôpitaux de Paris (APHP) (Verbund der öffentlichen Krankenhäuser des Großraums Paris) – Charbonnages de France (CDF) (Zentralverwaltung der staatlichen französischen Steinkohleförderungsunternehmen) – Entreprise minière et chimique (EMC)(Staatliche Bergbau- und Chemieholdinggesellschaft) Italien – Regionen – Provinzen – Städte und Gemeinden – Cassa Depositi e Prestiti (Spar- und Kreditkasse) Lettland – Pašvaldibas (Lokalregierungen) Polen – gminy (Kommunen) – powiaty (Distrikte) – województwa (Provinzen) – zwiazki gmin (Kommunalverbände) – powiatów (Distriktverband) – województw (Provinzverband) – miasto stoleczne Warszawa (Hauptstadt Warschau) – Agencja Restrukturyzacji i Modernizacji Rolnictwa (Agentur für die Umstrukturierung und Modernisierung der Landwirtschaft) – Agencja Nieruchomosci Rolnych (Agentur für landwirtschaftliches Eigentum) Portugal – Região Autónoma da Madeira (Autonome Region Madeira) – Região Autónoma dos Açores (Autonome Region Azoren) – Städte und Gemeinden Slowakei – mestá a obce (Gemeinden) – Železnice Slovenskej republiky (Slowakische Eisenbahngesellschaft) – Štátny fond cestného hospodárstva (Fonds für die Verwaltung von Staatsstraßen) – Slovenské elektrárne (Slowakische Kraftwerke) – Vodohospodárska výstavba (Gesellschaft für Wasserwirtschaft) INTERNATIONALE EINRICHTUNGEN: – Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung – Europäische Investitionsbank – Asiatische Entwicklungsbank – Afrikanische Entwicklungsbank – Weltbank/IBRD/IMF – Internationale Finanzkorporation – Interamerikanische Entwicklungsbank – Sozialentwicklungsfonds des Europarats – EURATOM – Europäische Gemeinschaft – Corporación Andina de Fomento (CAF) (Anden-Entwicklungsgesellschaft) – Eurofima – Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl – Nordische Investitionsbank – Karibische Entwicklungsbank Die Bestimmungen des Artikels 11 gelten unbeschadet internationaler Verpflichtungen, die die Vertragsparteien in Bezug auf die oben aufgeführten internationalen Einrichtungen eingegangen sind. EINRICHTUNGEN IN DRITTLÄNDERN: Einrichtungen, die folgende Kriterien erfüllen: 1) Die Einrichtung gilt nach nationalen Kriterien als öffentliche Körperschaft. 2) Sie ist eine von der Regierung kontrollierte Einrichtung, die gemeinwirtschaftliche Aktivitäten verwaltet und finanziert, wozu in erster Linie die Bereitstellung von gemeinwirtschaftlichen (nicht marktbestimmten) Gütern und Dienstleistungen zum Nutzen der Allgemeinheit gehört. 3) Sie legt regelmäßig in großem umfang Anleihen auf. 4) Der betreffende Staat kann gewährleisten, dass die betreffende Einrichtung im Falle von Bruttozinsklauseln keine vorzeitige Tilgung vornehmen wird. A. Schreiben der Regierung der Republik Österreich Exzellenz, ich beehre mich, auf den Text des vorgeschlagenen Musters für ein „ Abkommen zwischen der Republik Österreich und dem überseeischen Hoheitsgebiet des Vereinigten Königreiches Montserrat“ Bezug zu nehmen, das von der Hochrangigen Gruppe (Zinsertragsbesteuerung) des Rates der Minister der Europäischen Union am 22. Juni 2004 angenommen wurde. Im Hinblick auf den oben genannten Text beehre ich mich, Ihnen das Abkommen über die Besteuerung von Zinserträgen als Anlage 1 zu diesem Brief vorzuschlagen; vorzuschlagen, dass die genannten Vereinbarungen zu dem Zeitpunkt anwendbar werden, ab dem die Bestimmungen der Richtlinie des Rates 2003/48/EG im Bereich der Besteuerung von Zinserträgen anzuwenden sind, welcher den in Artikel 17
(2) der Richtlinie genannten Voraussetzungen entspricht, vorbehaltlich der gegenseitigen Notifikation, dass die in den innerstaatlichen Verfassungen vorgesehenen Formalitäten für ein Inkrafttreten dieser Vereinbarungen abgeschlossen sind; vorzuschlagen, dass sich beide Seiten verpflichten, die in ihren innerstaatlichen Verfassungen vorgesehenen Formalitäten für ein Inkrafttreten dieses Abkommens schnellstmöglich zu erledigen und sich gegenseitig unverzüglich zu notifizieren, wenn diese Formalitäten abgeschlossen sind. Sofern Ihre Regierung dem Vorstehenden zustimmen kann, beehre ich mich vorzuschlagen, dass dieses Schreiben samt Anlage 1 und Ihre Bestätigung zusammen ein Abkommen zwischen Österreich und Montserrat bilden. Genehmigen Sie, Exzellenz, den Ausdruck unserer ausgezeichnetsten Hochachtung. Für die Regierung der Republik Österreich Ursula Plassnik Geschehen zu Wien, am 3. Dezember 2004, in deutscher und englischer Sprache in dreifacher Ausfertigung. B. Antwortschreiben der Regierung von Montserrat Exzellenz, ich beehre mich, den Eingang Ihres heutigen Schreibens mit folgendem Wortlaut zu bestätigen: (Anm.: es folgt der Text des Schreibens) Ich darf Ihnen die Zustimmung der Regierung von Montserrat zum Inhalt Ihres Schreibens vom 3. Dezember 2004 bestätigen. Genehmigen Sie, Exzellenz, den Ausdruck meiner ausgezeichnetsten Hochachtung. Für die Regierung von Montserrat: John A. Osborne, Geschehen zu Montserrat, am 7. April 2005, in deutscher und englischer Sprache in dreifacher Ausfertigung.